Die Vortragsreihe zum 30-jährigen Jubiläum des NIENHOF
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Dreißig Jahre lang leistet der Nienhof psychosoziale Arbeit in Gelsenkirchen.
Dreißig Jahre, in denen aus der Idee, einen Treffpunkt für Menschen mit psychischen Erkrankungen einzurichten, eine tragende Stütze der sozialpsychiatrischen Versorgung unserer Stadt wurde.
Feiern will der Nienhof dieses Jubiläum mit der Vortragsreihe "Es bleibt menschlich". Wir wollen aktuelle Themen unserer Arbeit den Gelsenkirchener BürgerInnen näher bringen und darüber hinaus die Arbeit des Nienhofs einem breiten Publikum vorstellen.
Der Titel dieser Vortragsreihe hat für uns zwei wichtige Bedeutungen:
"Es bleibt menschlich", ... weil es uns alle betrifft.
Auch 35 Jahre nach Beginn der Psychiatriereform sind psychische Krankheiten für viele Menschen beängstigend und fremd.
Mit Vorurteilen behaftete Informationen und das Tabu, dieses Thema öffentlich zu machen, vergrößert nicht nur das Leid der Betroffenen, sondern verschlechtert auch für die Einzelnen die Chance auf Genesung. Wenn Hilfen aufgrund von Scham und Angst vor Stigmatisierung nicht in Anspruch genommen werden, sollte das Anlass sein, durch Aufklärung dem etwas entgegenzusetzen. Kein Mensch sollte aufgrund seiner psychischen Situation gemieden, verurteilt und stigmatisiert werden. Psychische Beeinträchtigungen und Krankheiten gehören wie körperliche Erkrankungen zum Menschsein.
"Es bleibt menschlich", ... weil auch nach dreißig Jahren die Grundmotivation der Gründungsmitglieder des Nienhofs erhalten geblieben ist.
Auch wenn sich der Verein im Laufe der Jahre zu einem differenzierten Dienst mit breitem Angebotsspektrum entwickelt hat, wird er weiterhin ein Ort sein, an dem Menschen in ihrer Eigen(en)-Art akzeptiert werden und willkommen sind. Auch mit zunehmender Größe des Vereins bleiben der persönliche Kontakt und beständige, vertrauensvolle und stabile Beziehungen unser wichtigstes Gut im Umgang mit den KlientInnen.
Wir hoffen, mit unserer Themenauswahl ein breites Publikum anzusprechen und freuen uns auf ein großes Interesse und einen regen Austausch - auch über die Veranstaltung hinaus.
Vielen Dank.
Veranstaltungstermine
Montag, 1. März 2010, 19.00 Uhr, (Tagesstätte)
Die Depression
Wege aus der Ausweglosigkeit
Nicht erst seit dem Suizid von Robert Enke, aber seitdem nachhaltiger, werden Depressionen in den Medien thematisiert.
Bis zum Jahr 2020 werden nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation Depressionen nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen den zweiten Platz auf der Liste der häufigsten Krankheiten einnehmen. Doch, was steckt hinter dem Begriff "Depression", wodurch kann sie entstehen und welche Therapiemöglichkeiten gibt es?
Diesen Fragen widmen wir uns in unserem ersten Vortrag.
Montag, 3. Mai 2010, 19.00 Uhr, (Tagesstätte)
Eine neue Generation, eine neue Herausforderung
Junge Menschen mit psychischen Störungen
LehrerInnen berichten über eine Zunahme von psychischen Auffälligkeiten an ihren Schulen.
Bulimie, Magersucht, selbstverletzendes Verhalten sind die stillen Varianten. Laute Varianten lassen sich in den pseudo-therapeutischen Realityshows im TV-Programm verfolgen.
Wenn wir davon ausgehen, dass jedes Verhalten ein Lösungsversuch ist, stellt sich die Frage: Was versuchen diese jungen Menschen zu lösen, und wie können wir sie dabei begleiten?
Montag, 5. Juli 2010, 19.00 Uhr, (Tagesstätte)
Ein vergessenes Klientel
Kinder psychisch beeinträchtigter Eltern
Kinder psychisch kranker Menschen sind einer hohen Belastung ausgesetzt. Sie und ihre Familien brauchen, um nicht selber krank zu werden, ein gut ausgebautes Netzwerk an Unterstützung aus den Bereichen Gesundheit, Soziales und Jugendhilfe.
Wir wollen mit diesem Thema sowohl in der städtischen Politik als auch in allen relevanten Institutionen sowie in der Bevölkerung ein breites Bewusstsein für das Wesen psychischer Erkrankungen schaffen und die Sensibilität und das Verständnis für die Betroffenen und ihre Kinder vergrößern helfen.
Außerdem wollen wir darüber informieren, welche Angebote und Hilfsmöglichkeiten der Nienhof diesen Familien bieten kann.
Sonderveranstaltung
Mittwoch, 29. September 2010, ab 13.00 Uhr
Psychisch gesund durch Verstehen
Gesundheitsförderung und Widerstandskräfte bei seelischen Erschütterungen
(Gyöngyver Sielaff, Hamburg)
"Wir müssen verstehen, was wir erleben, um unsere Erfahrungen in unser normales Leben zu integrieren, um anderen ein Verständnis vermitteln zu können " – sagt Dorothea Buck, Ehrenvorsitzende des Bundesverbandes Psychiatrie-Erfahrener.
Der Vortrag möchte durch die Annäherung an die Erlebniswelt vielfältiger Genesungswege von Menschen mit seelischer Erschütterung zum Verständnis von Gesundheit und Resilienz beitragen.
13.00 Uhr: Offizielle Begrüßung der Gäste
14.00 Uhr: Vortrag
Anschließend findet ein Imbiss statt.
Veranstaltungsort:
Gemeindehaus der Stephanusgemeinde in Gelsenkirchen - Buer, Westerholter Straße 90
Montag, 8. November 2010, 19.00 Uhr, (Tagesstätte)
Über alle Grenzen
Migration und psychische Gesundheit
Auffällig ist, dass Menschen mit Migrationshintergrund und psychischen Problemen ambulante psychiatrische Angebote prozentual zum Bevölkerungsanteil nicht nutzen.
Warum diese Menschen nicht erreicht werden, und was die Besonderheiten in der psychosozialen Arbeit mit MigrantInnen sind, diesen Fragen wollen wir nachgehen und Lösungsmöglichkeiten finden.

